Im zweiten Halbjahr 2018 findet kein Workshop in Elementarem Tanz statt.

 

 

 

MAI 2018

FR/SA/SO 04./05./06.
19:00-21:00 H (FR) / 11:00-17:00 H (SA) / 12:00-16:00 H (SO)

ELEMENTARER TANZ 
Leitung: Koni Hanft
Kosten: CHF 250.00 
Anmeldefrist: 26. April 2018

Der Elementare Tanz entstand im Deutschland der 30er Jahre. Entwickelt wurde er von der Tänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin Maja Lex in enger Zusammenarbeit mit der Musikerin und Orff-Schülerin Gunild Keetman und der Kunst- und Kulturgeschichtlerin Dorothee Günther. Dieser Tanzstil zeichnet sich bis heute dadurch aus, dass er ohne festes Übungsrepertoire auskommt, sich aber statt dessen stark an der organischen Einheit von Musik/Rhythmus und Bewegung orientiert und auf jenen Grundbewegungsarten aufbaut, welche, da anatomisch und funktional gegeben, allen Menschen gleichermaßen zugänglich sind: Beugen/Strecken, Heben/Senken, Einrollen/Ausrollen, Drehen und Kreisen und sich in den Fortbewegungsarten wie Gehen, Laufen, Hüpfen/Galopp, Federn, Springen wieder finden.

So einfach und ursprünglich diese Bewegungen sind, so werden sie durch die Einbindung in rhythmische, räumliche, dynamische, formale und soziale Strukturen, stets neu entwickelt, verfeinert und variiert. Tanz entsteht durch menschliche Bewegung im Bezug zu Rhythmus, Dynamik, Form, Raum und Partner/Objekt.

An der Deutschen Sporthochschule in Köln konnte Maja Lex in der Nachkriegszeit ihre Arbeit fortsetzen und hat zusammen mit ihrer Nachfolgerin Graziela Padilla bis in die 1980er Jahre zahlreichen SportstudentInnen, TänzerInnen, ChoreographInnen und TanzpädagogInnen entscheidende Impulse gegeben. Die von ihr an der Sporthochschule Köln ins Leben gerufene und von Graziela Padilla geleitete Tanzgruppe Maja Lex war bis zu ihrem Tod 1986 auf zahlreichen Tourneen weltweit zu sehen. 

1988 wurde die Leitung der Compagnie von Anke Abraham und Koni Hanft übernommen. Das Ensemble löste sich aus dem Hochschulrahmen und firmierte als freie professionelle Tanzcompagnie mit Produktionsort in Köln. Zahlreiche Auszeichnungen (3. Internationaler Choreographenwettbewerb Hannover 1989, Mention spéciale beim XX. internationalen Choreographenwettbewerb Bagnolet) und Einladungen zu Festivals und Gastspielen (Atlanta, Charkow, Paris, Montpellier, Zürich, Salzburg, Berlin, Hamburg) folgten. 

Die enge Verbindung des Elementaren Tanzes zur Schweiz blieb auch nach dem Leitungswechsel bestehen: Während Maja Lex und Graziela Padilla bei einigen Sommerkursen des SBTG unterrichteten, war Koni Hanft von 1986 bis 2010 Lehrkraft an der Berufsausbildung für Gymnastik Ursula Dietrich in Baden, unterrichtete in Workshops der ETH Zürich, des SBTG bei ImpulsTanz in Will und war häufig Gastlehrerin bei The Dance Experience, Marianne Forster in Basel. Mit Béatrice Goetz, Christine Kuhn und Judith Rösli  waren schliesslich drei Basler Tänzerinnen zwischen 1989 und 1994 Ensemblemitglieder des Tanzensemble Maja Lex (Béatrice Goetz von 1991 bis 1994 auch in der Künstlerischen Leitung).

 

Koni Hanfts Unterricht basiert  nicht nur auf der sehr klaren didaktisch-methodischen Struktur des Elementaren Tanzes nach Maja Lex/Graziela Padilla, sondern auch auf der jahrelangen Erfahrung in den Produktionsfeldern des professionellen Tanzes und des Theaters. Eines ihrer primären Anliegen ist es, den Studierenden/TeilnehmerInnen ihr eigenes „tänzerische Wesen“ bewusst zu machen und Ihnen zu zeigen, dass dieses „Wesen“  ebenso flexibel wie gestaltbar ist. 

Über die Unterrichtsinhalte „Training/Technik“, „Improvisation“ und „Gestaltung/Komposition/Choreographie“ erfahren die TeilnehmerInnen nicht nur sehr viel über ihre eigenen Bewegungsqualitäten und wie sie diese verändern, verbessern und erweitern können, sie erfahren darüber hinaus auch, wie sie die Bewegung des/der Anderen begreifen, aufnehmen, adaptieren und gestalten können.

Technik, Improvisation und Gestaltung gehen oft fliessend ineinander über. Die Fokussierung auf thematische Schwerpunkte, wie bspw. „Die Gerade in Körper und Raum“ dient dabei nicht nur dazu, Haltung und Bewegung technisch zu verfeinern, sondern auch in der scheinbaren Eingeschränktheit der Möglichkeiten jene unermessliche Vielfalt der Variationen zu entdecken und sich zu eigen zu machen.

 

Ziel des Workshops ist es, den TeilnehmerInnen zu vermitteln, dass Tanz als elementarer und individueller Ausdruck von Energie, Lebendigkeit und Emotion auf jeder Stufe tanztechnischen Könnens möglich ist und aus ganz einfachen, elementaren (oft alltäglichen) Bewegungen durch Variation und Stilisierung eine ebenso klare wie individuelle Bewegungssprache entstehen kann. Mit der Kultivierung und Differenzierung dieser Bewegungssprache entsteht allmählich eine tänzerische Reife, die sich nicht nur durch ein hohes Mass an Technik, sondern auch durch Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an andere Stile, sowie unerschöpfliche Kreativität auszeichnet. Die TeilnehmerInnen für diesen Weg zu begeistern und neugierig zu machen, ist das Anliegen dieses Workshops.

 

Koni Hanft

Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln, Schwerpunktfächer: Tanz, Darstellendes Spiel, Gymnastik, Fechten sowie an der Universität Köln Germanistik. Ensemblemitglied der hochschuleigenen „Tanzgruppe Maja Lex“ (Ltg. Graziela Padilla). Freiberufliche künstlerische Tätigkeit als Choreografin, Tänzerin, Tanzpädagogin und Tanzdramaturgin.

Künstlerische Leitung und Co-Leitung des Tanzensemble Maja Lex, Produktion zahlreicher Tanztheater- und Theaterstücke, szenischer Lesungen und dreier kurzer Tanzfilme. Bundesweite und internationale Gastspieltätigkeit mit dem Tanzensemble Maja Lex und solistisch, Engagements in diversen Tanztheater-, Jugendtheater- und Musiktheaterproduktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (seit1985). Künstlerische Orientierung zu Grascher Gestaltung, Malerei und Plastik (seit 2006).

Dozentin für „Elementaren Tanz“ an der „Berufsausbildung für Gymnastik Ursula Dietrich“, Baden/Brugg (1986-2010), Lehrauftrag am Institut für Musik und Tanzpädagogik der Deutschen Sporthochschule Köln (1987-1988). Lehrauftrag für Tanz an der Staatlichen Hochschule für Musik, Trossingen (2010). Workshops in Deutschland, der Schweiz und Brasilien u.a. für die LAG Tanz/NRW, LAG Tanz Baden Württemberg, Akademie Remscheid , Deutsche Eislauf Union, „The Dance Experience/Marianne Forster“, Basel, SBTG Zürich, ETH Zürich, „Impuls Studio/Irène Blum“, Wil, Tanzklasse des Balet de Cidade Sao Paolo (1986-2015).

Mitbegründerin der „kölner tanz agentur“ ,Produktionszentrum für freien professionellen Tanz (1993), Künstlerische Leitung und Mitorganisation der Festivalreihe „TANZhautnah“ in Köln (1998-2001 u. 2003-2005), Aufbau der ersten „mikrokulturellen Zone“ in Besigheim-D (2014).

Jurytätigkeit: 1. Internationaler Choreografen-Wettbewerb „no ballet“, Ludwigshafen (2006), Internationales Jugend-Tanztheater-Festival „Transit“, Nordrhein-Westfalen 2002,2004,2006), Veranstaltungsreihe „tanzstrasse“, Nordrhein-Westfalen (2005).